Darf man das? Dos & Don`ts in Sri Lanka

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Die Herzen im Sturm erobern

  • Wir begrüßen uns mit einem freundlichen Lächeln, gefalteten Händen vor dem Gesicht und der Begrüßung „Ayubowan“. Das bedeutet „Ich wünsche Dir ein langes und glückliches Leben“ und damit haben Sie das Herz Ihres Gegenübers bereits im Sturm erobert.
  • Das wissen Sie sicher schon: Kopfschütteln bedeutet „Ja“. Sie müssen sich also nicht nur beim Straßenverkehr umstellen, sondern auch bei der Kommunikation.

Andere Länder – andere Sitten

  • Respekt vor unseren Mitmenschen bestimmt unsere öffentlichen Umgangsformen und unsere Gewohnheiten. Niemals würden wir unser Gegenüber öffentlich beleidigen, herabwürdigen oder in Frage stellen. Gefühle gehören bei uns nach Hause. Und wir sagen nicht gern „nein“. Um das zu vermeiden, reden wir uns eher raus.
  • Unsere Gesellschaft ist sehr konservativ. Für uns ist es wichtig, andere nicht zu brüskieren. Dafür stellen wir unsere eigenen Interessen und Bedürfnisse zurück. Viele unserer Landsleute sind es nicht gewohnt, mit der in Ihren Ländern gepflegten Offenheit und Freizügigkeit umzugehen. Nehmen Sie darauf Rücksicht.
  • Es beschämt uns, wenn Sie als Paar öffentlich Zärtlichkeiten oder Körperkontakt austauschen. Verschieben Sie das besser auf später, wenn Sie wieder unter sich sind.
  • Männer, die untereinander Händchen halten, sind wiederum keine Seltenheit. Das gilt bei uns als unverdächtige, freundschaftliche Geste. Homosexualität hingegen ist offiziell verboten. Homosexuelle Paare sind jedoch willkommen, wenn sie ihre Sexualität nicht öffentlich ausleben.

Was soll ich anziehen?

  • In Sri Lanka legen wir viel Wert auf ein gepflegtes Äußeres und dezente Kleidung. Auch das gehört für uns zum Respekt gegenüber unseren Mitmenschen. Wir sind liberal gegenüber sommerlich-leichter Kleidung, aber knappe und körperbetonte Kleidung wird nicht gern gesehen. Wenn Knie und Schultern bedeckt sind, haben Sie alles richtig gemacht.
  • In Badekleidung auf die Straße oder ins Restaurant? Geht gar nicht!

Versuchen Sie es doch auch mal mit einem Sari oder Sarong. Man ist herrlich leicht gekleidet und trotzdem elegant angezogen!

  • Wir tolerieren es, wenn Sie sich am Pool oder am Hotelstrand in Badebekleidung bewegen. Sonnenbaden mit freiem Oberkörper oder Nacktbaden ist jedoch in Sri Lanka verboten. Beim Baden in knapper Bekleidung an einsamen Stränden ist Ihnen die unliebsame Aufmerksamkeit der Fischer sicher!

Zu Besuch bei Einheimischen

  • Sollten Sie eine Einladung in das Zuhause einheimischer Gastgeber haben, ziehen Sie vor dem Betreten des Hauses die Schuhe aus. Setzen Sie sich so hin, dass Ihre nackten Füße nicht auf Ihr Gegenüber zeigen. Das empfinden wir als Beleidigung, übrigens auch in einem Tempel.
  • Angeregte Tischgespräche beim gemeinsamen Essen dürfen Sie nicht erwarten. Sie werden allein essen. Auch damit zollen wir Ihnen Respekt: Gäste essen zuerst. Angeregte Unterhaltungen finden nach dem Essen statt! Aber bitte nicht über Politik, den Bürgerkrieg oder Sexualität. Das ist ebenfalls ein no go.
  • Nach all den Verboten eine gute Nachricht: Sie dürfen mit den Fingern essen. In Ihrem Heimatland hat man es Ihnen frühzeitig abgewöhnt, bei uns ist es erlaubt! Und es schmeckt auch besser! Kleine Einschränkung: gegessen wird nur mit der rechten Hand. Die Linke gilt als unrein. Wenn Sie es gar nicht übers Herz bringen, bekommen Sie Besteck.

Unterwegs in Sri Lanka

  • Sie werden während Ihrer Rundreise durch Sri Lanka vielen aufgeschlossenen, freundlich lächelnden Menschen begegnen. Aber auch Armut, Menschen, die von geringen Tagelöhnen überleben müssen und solche, die hoffen, dass sie Ihnen möglichst viel Geld für eine minderwertige Leistung abnehmen können, werden Ihnen begegnen.
  • In Sri Lanka gibt es keine umfassende staatliche Unterstützung für Menschen, die in Not sind. Die Familie muss dann oft einspringen oder die Menschen gehen Betteln. Wenn Sie notleidenden Menschen in Sri Lanka helfen wollen, entscheiden Sie, ob Sie einzelnen Bettlern ein paar Rupien geben oder ob Sie eine größere Summe an eine Hilfsorganisation spenden. Unangenehme Situationen mit bettelnden Menschen kann Ihr Fahrer oder Guide für Sie klären.
  • Fühlen Sie sich auch nicht verpflichtet, zu hohe Preise für einfache Dienstleistungen zu bezahlen. Wenn Sie ein schlechtes Bauchgefühl haben, weil Ihnen ein Preis zu hoch erscheint, oder weil Sie gar kein Interesse an dem Angebot haben, lehnen Sie das Angebot energisch ab.

Wichtig ist es, den Preis für ein Produkt oder eine Dienstleistung immer vorher verbindlich zu klären. Auch in solchen Situationen ist der Fahrer oder Guide behilflich.

  • Während Ihrer Sri Lanka Rundreise werden viele fleißige Hände mit vielen kleinen Handgriffen für Ihr Wohlergehen sorgen: Kellner, Zimmermädchen, Kofferträger, Tuk Tuk Fahrer oder Hobbyguides. Viele Menschen leben von diesen sehr einfachen Tätigkeiten und sind auf kleine Trinkgelder angewiesen, weil der reguläre Lohn nicht zum Leben reicht. Sollten Sie diese Dienstleistungen in Anspruch nehmen, hier eine kleine Richtschnur für die Höhe der Trinkgelder:
Kellner im Restaurant10 % der Rechnungssumme
Guides bei Sehenswürdigkeiten750 LKR
Zimmermädchen250 LKR pro Tag
Schuhbewacher im Tempel200 LKR
Liegenausgabe im Resort150 LKR
Gepäckträger150 LKR pro Gepäckstück
 200 LKR = 1 €
  • Führen Sie am besten immer etwas Bargeld in kleiner Stückelung mit sich, um jederzeit in der Lage sind, Dienstleistungen mit einem Trinkgeld zu honorieren.

Heilige Stätten und heilige Kühe

  • Religion spielt eine sehr wichtige Rolle in der Kultur und im öffentlichen Leben in Sri Lanka. Darum lauern auch hier viele Fallstricke. Man wird Ihnen als ausländischem Besucher zwar Vieles verzeihen, aber bei Religion hört die Toleranz der Buddhisten und Hinduisten auf. Und Sie selbst werden sich auch wohler fühlen, wenn Sie nicht unangenehm auffallen.
  • Ganz wichtig, wenn Sie unterwegs sind: Wir behandeln unsere Mönche mit dem größten Respekt und erwarten dies auch von unseren Besuchern. Es ist den Mönchen sogar vorbehalten, in öffentlichen Bussen auf den vorderen Plätzen zu sitzen. Und es ist verboten, Mönche zu berühren.
  • Bevor wir einen Tempel betreten, ziehen wir die Schuhe aus. Frauen und Männer halten aus Respekt Schultern und Knie bedeckt. Dafür reicht ein dünnes Umhängetuch. Kopfbedeckungen nehmen wir ebenfalls ab.

Achtung: „In den Tempel gehen“ bedeutet nicht unbedingt, ein Gebäude zu betreten. Es kann sich bei einem Tempel auch um ein Gelände unter freiem Himmel handeln, wie zum Beispiel in Polonnaruwa. Auch dann gelten diese Bekleidungsregeln für alle Besucher. An den nackten Füßen kann es dann sehr heiß werden. Nehmen Sie Socken mit! Das ist erlaubt.

  • Füße gelten bei uns als unrein, daher lassen wir unsere Fußsohlen niemals in Richtung einer Buddha-Darstellung zeigen.
  • Religiöse Motive auf der Haut oder auf der Kleidung, wie zum Beispiel Tattoos mit Abbildungen von Buddha, werden nicht geduldet, und haben sogar schon zur Verweigerung der Einreise für Touristen und zu Verhaftungen geführt. Die sollten also nie gezeigt werden, sondern immer gut bedeckt sein.
  • Beobachten Sie im Tempel einfach die Gläubigen und tun Sie das was die tun (und was nicht), dann machen Sie nichts falsch und kommen vielleicht sogar in den Genuss unerwarteter spiritueller Momente.

Fotografieren

  • Sri Lanka ist ein Paradies für Hobby-Fotografen: allein die Motive, die unsere wunderschöne Natur bietet, sind einmalig!
  • Aber es gibt auch Tücken: unsere Landsleute möchten gefragt werden, bevor sie fotografiert werden. Dafür setzen sie dann ihr allerschönstes Foto-Lächeln auf!

Einige von ihnen haben daraus allerdings ein Geschäftsmodell gemacht, und lächeln gegen Geld. Es ist Ihre Entscheidung, wieviel Ihnen ein Lächeln wert ist. Das schönste Lächeln kostet nichts.

  • Keinen Spaß verstehen wir, wenn Sie sich mit dem Rücken zu einer Buddha-Statue fotografieren lassen. Dies empfinden wir als respektlos und es kann sogar bestraft werden. Ihr Kopf sollte immer unterhalb dem des Lord Buddha bleiben.
  • Verzichten Sie auch auf Fotos von politischen Versammlungen, militärischen Einrichtungen und öffentlichen Gebäuden.

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